KI in der Lehre an der FAU: Hohe Nutzung, große Erwartungen und der Wunsch nach Orientierung

Generative KI ist längst im FAU-Alltag angekommen. Doch wie nutzen Studierende und Lehrende KI tatsächlich? Welche Chancen sehen sie und wo bestehen Unsicherheiten? Diesen Fragen ging FAU Lehre im Rahmen des Projekts KIKOMP (KI-Kompetenzen in der digitalen Bildung) mit einer universitätsweiten Befragung nach.

Zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 nahmen 146 Lehrende und 122 Studierende an der Umfrage teil. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bei allen bedanken, die sich die Zeit genommen haben, ihre Erfahrungen, Einschätzungen und Ideen mit uns zu teilen.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

Die Ergebnisse zeigen deutlich: KI ist bereits fester Bestandteil von Studium und Lehre an der FAU.

  • 72 % der Studierenden und 59 % der Lehrenden nutzen bereits KI-Anwendungen.
  • ChatGPT ist in beiden Gruppen das mit Abstand am häufigsten genutzte Tool.
  • 68 % der Lehrenden sehen Potenzial zur Verbesserung ihrer Lehre durch KI.
  • 70 % der Studierenden sind überzeugt, dass KI ihr Lernen unterstützen kann.

Gleichzeitig zeigt die Befragung ein ausgeprägtes Bewusstsein für Risiken und Herausforderungen. Lehrende sehen insbesondere ethische und gesellschaftliche Fragestellungen kritisch; 84 % äußern entsprechende Bedenken. Auch Studierende benennen Risiken wie Kompetenzverlust, oberflächliches Lernen, Fehlinformationen, Abhängigkeiten von KI-Systemen sowie Fairnessprobleme in Prüfungen.

Besonders interessant ist eine Wahrnehmungslücke zwischen Lehrenden und Studierenden: Während viele Lehrende davon ausgehen, dass der Einsatz von KI ihre Lehre verbessert, erleben dies bislang nur wenige Studierende als tatsächlich lernförderlich in Lehrveranstaltungen (aber 70 % der Studierenden sind überzeugt, dass KI ihr Lernen unterstützen kann). Dies deutet darauf hin, dass didaktisch wirksame Formen der KI-Integration in der Lehre noch weiterentwickelt werden können.

Ein weiterer zentraler Befund betrifft die institutionelle Orientierung:

  • 67 % der Studierenden kennen keine Unterstützungs- und/oder Serviceangebote zu KI im Studium an der FAU.
  • Nur 29 % kennen die Leitlinien für KI in der Lehre an der FAU.

Die bestehenden Leitlinien werden von Lehrenden grundsätzlich positiv bewertet. Gleichzeitig wünschen sie sich mehr Konkretisierung, insbesondere hinsichtlich Prüfungen, Transparenzanforderungen, der Dokumentation von KI-Nutzung und der Bewertung von Eigenleistungen.

Die vollständigen Ergebnisse

Die ausführliche Auswertung finden Sie auf der Webseite „KI in der Lehre“ von FAU Lehre. Dort erwarten Sie neben den detaillierten Ergebnissen auch Informationen zu Unterstützungsangeboten, Weiterbildungsformaten und Praxisbeispielen.

Wie könnte es weitergehen?

Die Ergebnisse liefern wertvolle Hinweise für die zukünftige Weiterentwicklung von KI in Studium und Lehre an der FAU. Aufbauend auf den Befunden könnten bestehende Weiterbildungs- und Beratungsangebote für Lehrende weiter ausgebaut, die Sichtbarkeit vorhandener Unterstützungsangebote erhöht und die Integration von KI-Kompetenzen in Studium und Lehre gestärkt werden.

Denkbar wären darüber hinaus zusätzliche Austausch- und Vernetzungsformate, weiterentwickelte Leitlinien mit praxisnahen Beispielen, neue Unterstützungsangebote für die Gestaltung von Prüfungen sowie eine stärkere Integration von KI in bestehende Lehr- und Lernumgebungen.

Auch hochschulweite Angebote zur Förderung von AI Literacy für Studierende sowie experimentelle Formate wie ein KI-Lab für Studium und Lehre könnten interessante Perspektiven für die kommenden Jahre darstellen. Ebenso könnten bestehende Beratungs- und Weiterbildungsangebote weiter ausgebaut werden, um Lehrende und Studierende bei der verantwortungsvollen Nutzung von KI zu unterstützen.

Die Umfrage zeigt vor allem eines: Die Frage ist nicht mehr, ob KI in Studium und Lehre genutzt wird, sondern wie ihr Einsatz lernwirksam, verantwortungsvoll und zukunftsorientiert gestaltet werden kann. Wir freuen uns darauf, diese Diskussion gemeinsam mit Ihnen weiterzuführen.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung einer KI sprachlich überarbeitet – für die Inhalte sind weiterhin Menschen verantwortlich. 😉