Kurzbeschreibung
Steffi Schieder-Niewierra leitet die Geschäftsstelle des Zentrums für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (ZFL) der FAU. Im Rahmen der Förderlinie „Smart vhb“ wurden dort zwei 45-minütige Selbstlerneinheiten zum Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) entwickelt. Die Einheiten richten sich sowohl an Lehrende und Dozierende an Hochschulen als auch an Studierende. Sie vermitteln Grundlagen zu BNE, zeigen unterschiedliche fachliche Perspektiven auf und geben konkrete Impulse für die Umsetzung im schulischen Kontext.
Fakultäten/Fachbereiche
Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (ZFL) der FAU
Förderung durch
Virtuelle Hochschule Bayern (vhb), Förderlinie „Smart vhb“
Lehrveranstaltung
Selbstlerneinheiten
Zielgruppe
- Lehrende und Dozierende an Universitäten
- Studierende
- Lehrkräfte bzw. Personen mit Interesse an Bildung für nachhaltige Entwicklung
Didaktische Aktivitäten
- Vermitteln/präsentieren
- Aktivieren
- Reflektieren
- Anwenden
- Prüfen und rekapitulieren
Digitale Tools
- Videos
- Transkripte
- Audioformate
- Lesetexte
- Link- und Literaturlisten
- Reflexionsaufgaben
- Interaktive Rekapitulationseinheiten
- 360-Grad-Video
Projektverantwortliche
Steffi Schieder-Niewierra und das Team der Geschäftsstelle des Zentrums für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (ZFL) der FAU
Ausgangssituation
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist ein wichtiges, aktuelles und zukunftsorientiertes Thema. Gleichzeitig ist BNE komplex und umfasst unterschiedliche fachliche und disziplinäre Perspektiven. Für Lehrende an Hochschulen stellt sich daher die Frage, wie sie BNE in ihre eigene Lehre integrieren können, auch wenn sie selbst bislang nur wenig Erfahrung mit dem Thema haben.
Mit den im Rahmen von „Smart vhb“ entwickelten Selbstlerneinheiten sollte ein niedrigschwelliger Zugang zu BNE geschaffen werden. Die Einheiten ermöglichen es Lehrenden, sich selbstständig mit den Grundlagen auseinanderzusetzen und einzelne Inhalte anschließend auch in die eigene Lehre zu integrieren. Gleichzeitig können Studierende die Einheiten direkt auf der vhb-Plattform absolvieren.
Ziele
- Vermittlung grundlegender Kenntnisse zu Bildung für nachhaltige Entwicklung
- Schaffung eines niedrigschwelligen Zugangs zu einem komplexen und abstrakten Thema
- Aufzeigen unterschiedlicher fachlicher Perspektiven auf BNE
- Unterstützung von Lehrenden bei der universellen Integration von BNE in die eigene Hochschullehre
- Vermittlung konkreter Anknüpfungspunkte für die Umsetzung von BNE im schulischen Kontext
- Förderung der selbstständigen Auseinandersetzung mit dem Thema
- Reflexion und Überprüfung des eigenen Lernstands
Konzepte, Umsetzung, Methoden
Die beiden Selbstlerneinheiten sind auf eine Bearbeitungszeit von jeweils etwa 45 Minuten ausgelegt und können unabhängig voneinander genutzt werden. Die erste Einheit vermittelt zunächst grundlegende Zugänge zum Thema BNE.
Zum Einstieg führt ein Video durch die Einheit und gibt einen vertieften Überblick über zentrale Aspekte. Ergänzend steht ein Transkript zur Verfügung, sodass die Inhalte auch nachgelesen werden können.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, warum Bildung für nachhaltige Entwicklung relevant ist und wen das Thema in welcher Weise betrifft. Über verschiedene interaktive Inhalte können die Lernenden unterschiedliche Zugänge zum Thema erkunden.
Da BNE verschiedene fachliche Perspektiven umfasst, wurden Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen einbezogen. In kurzen Videos erläutern beispielsweise Vertreterinnen und Vertreter der Biologie-Didaktik und der Wirtschaftsdidaktik, welche Bedeutung BNE für ihr jeweiliges Fach hat. Insgesamt werden fünf unterschiedliche fachliche Perspektiven vorgestellt.
Dadurch wird deutlich, dass BNE nicht ausschließlich ein Thema naturwissenschaftlicher Fächer ist. Die unterschiedlichen disziplinären Schwerpunkte und Begründungszusammenhänge führen zu jeweils eigenen Zugängen. Gleichzeitig wird die Frage gestellt, wie sich diese Perspektiven didaktisch für die konkrete Arbeit in der Schule nutzen lassen.
Ein weiterer Bestandteil der Einheit ist eine Sammlung von Unterrichtsmaterialien. Die Lernenden sollen diese Materialien nicht nur kennenlernen, sondern sich kritisch damit auseinandersetzen. Dabei geht es unter anderem um die Frage, welche Aspekte durch die Materialien erschlossen werden – und welche möglicherweise nicht.
Um das selbstständige Lernen zu unterstützen, wurden außerdem sogenannte Rekapitulationseinheiten integriert. In einem Beispiel bearbeiten die Lernenden einen Lückentext und erhalten unmittelbar eine Rückmeldung dazu, ob sie die zentralen Inhalte nachvollzogen haben.
Bei der Gestaltung wurde bewusst auf unterschiedliche Medien- und Aufgabenformate gesetzt. Neben Videos und Lesetexten kommen Audioformate, Reflexionsaufgaben, Linklisten und interaktive Elemente zum Einsatz.
Ein besonderes Format ist ein 360-Grad-Video zum sogenannten Whole Institution Approach. Hier können sich die Lernenden virtuell in einer schulischen Umgebung umsehen und überlegen, welche unterschiedlichen Stakeholder berücksichtigt werden müssen. Durch dieses spielerische Element wird die Auseinandersetzung mit dem Thema ergänzt.
Erfahrungen
Eine zentrale Erfahrung bei der Entwicklung der Selbstlerneinheiten war die Herausforderung, die Inhalte auf 45 Minuten zu begrenzen. Gerade bei einem komplexen Thema wie BNE muss sehr genau ausgewählt werden, welche Inhalte tatsächlich in die Einheit aufgenommen werden. Die Entwicklung war daher wesentlich von der Frage geprägt, welche Punkte für die Lernenden besonders relevant sind.
Als besonders wichtig erwies sich die Vielfalt der eingesetzten Formate. Die Kombination aus Videos, Audio, Reflexionsaufgaben, Lesetexten, Linklisten und einem 360-Grad-Video ermöglicht unterschiedliche Zugänge zu den Inhalten und unterstützt die selbstständige Bearbeitung.
Die fachübergreifende Perspektive wurde ebenfalls als wichtiger Bestandteil der Einheit angelegt. Durch die Einbindung verschiedener Expertinnen und Experten wird BNE nicht aus einer einzigen fachlichen Perspektive betrachtet, sondern in unterschiedlichen disziplinären Zusammenhängen sichtbar.
Eine besondere Herausforderung bei selbstständig laufenden Selbstlerneinheiten ist die Aktualisierung der Inhalte. Gerade beim Thema BNE entstehen kontinuierlich neue Publikationen und Entwicklungen. Da eine vollständige laufende Aktualisierung der Einheit nicht realistisch ist, wurde bei den Literatur- und Linklisten unter anderem auf größere Überblicks- und Portalseiten verwiesen. Dadurch soll die Aktualität der dort bereitgestellten Informationen möglichst langfristig gewährleistet werden.
Erfolgskriterien
- Klare und kompakte Aufbereitung komplexer Inhalte
- Bearbeitbarkeit der Einheiten innerhalb von etwa 45 Minuten
- Unterschiedliche fachliche Perspektiven auf BNE
- Verbindung von Grundlagenwissen und konkreten Anwendungsbezügen
- Vielfältige digitale Lernformate
- Möglichkeit zur selbstständigen Bearbeitung
- Unmittelbare Rückmeldung durch Rekapitulationsaufgaben
- Kritische Auseinandersetzung mit Unterrichtsmaterialien
- Anschauliche und spielerische Elemente, beispielsweise durch ein 360-Grad-Video
- Nutzbarkeit einzelner Inhalte für die eigene Hochschullehre
Unterstützung
Die Motivation für die Entwicklung der Selbstlerneinheiten lag insbesondere darin, Lehrende bei der Einbindung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in ihre Lehre zu unterstützen. Nicht jede Lehrperson kann oder soll sich zunächst umfassend in das Thema BNE einarbeiten müssen, um es in der eigenen Lehre aufgreifen zu können. Das Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung der FAU verfügt über entsprechende Expertise, die genutzt wurde, um die Inhalte für die Hochschullehre aufzubereiten und zugänglich zu machen.
Die Förderlinie „Smart vhb“ ermöglichte dabei eine relativ freie Gestaltung der Selbstlerneinheiten und die Nutzung unterschiedlicher Formate.
