🎥KI als Co-Creator – KI-gestützte Lernbots für Lehre, Beratung und Übungsszenarien entwickeln

Kurzbeschreibung

Julian van der Kraats, Product Owner an der IT-Abteilung der Universität Leiden, entwickelt mit LUCA (Leiden University Cognitive Agent) eine Plattform, die Lehrenden den einfachen Einstieg in KI-gestützte Lernbots ermöglicht. Über Vorlagen – vom sokratischen Tutor bis zum Übungsbot – können Lehrende ohne technischen Aufwand eigene KI-Agenten erstellen, betreiben und in ihren Kursen einsetzen.

Ziel des Projekts ist es, Lehrenden die Hemmschwelle im Umgang mit KI zu nehmen, praxisnahe Lehrszenarien zu unterstützen und systematisch Erfahrungen mit KI in der Hochschullehre zu sammeln. Die Plattform wurde in nur wenigen Wochen aufgebaut und wird inzwischen für sehr unterschiedliche didaktische Zwecke genutzt.

Fakultäten/Fachbereiche

IT-Department, Universität Leiden (Niederlande)

Förderung durch

KIKomp

Lehrveranstaltungen
  • Übung
  • Tutorium
Zielgruppe
  • Studierende aller Fachbereiche
Didaktische Aktivitäten
  • betreuen/kommunizieren
  • erklären/präsentieren
Digitale Tools
  • KI
Projektverantwortliche

Julian van der Kraats

Schlagworte

KI

Ausgangssituation

Viele Lehrende möchten KI in der Lehre einsetzen, stoßen aber auf technische Hürden oder Unsicherheiten beim Datenschutz. Gleichzeitig suchen Studierende zunehmend nach orts- und zeitunabhängigen Möglichkeiten, schwierige Fachinhalte zu üben, automatisiertes Feedback zu erhalten oder administrative Fragen schnell zu klären. LUCA wurde entwickelt, um diese Lücke zu schließen: eine sichere, hochschulinterne Plattform, die den Bau und Einsatz von KI-Bots für die Lehre radikal erleichtert.

„Wir haben gemerkt, dass Lehrende sich schwer damit tun, mit KI loszulegen.“– Julian van der Kraats

Ziele

Das Projekt verfolgt mehrere strategische Ziele:

  • Einstieg erleichtern: Lehrenden einfache Werkzeuge geben, um ohne Programmierkenntnisse KI-Bots zu erstellen.
  • Lernen unterstützen: Fachinhalte niedrigschwellig erklären – geduldig, jederzeit verfügbar, an den Kurs angebunden.
  • Übungsszenarien ermöglichen: KI-gestützte Rollenspiele und diagnostische Gespräche für Kompetenztraining bereitstellen.
  • Datenschutz gewährleisten: Transparente und sichere Nutzung, ohne dass Chat-Verläufe zur Modellentwicklung genutzt werden.
  • Erfahrungen sammeln: Pädagogische Chancen, Grenzen und Risiken von KI-Bots im Hochschulalltag evaluieren.

„Gerade jetzt ist es wichtig, Erfahrungen zu sammeln, wie gut KI in Bildungskontexten funktioniert.“ – Julian van der Kraats

Konzepte, Umsetzung, Methoden

Lehrende arbeiten in LUCA mit modularen Vorlagen, die ihnen KI-gestützte Lernszenarien ermöglichen – etwa sokratische Tutorien, Frage-Antwort-Bots oder Rollen-Interaktionsmodelle. Sie erhalten dabei Unterstützung durch einen eigenen KI-Agenten, der beim Erstellen des Bots hilft, Inhalte strukturiert und Fehlermöglichkeiten aufzeigt. Studierende nutzen die Bots intensiv und vielfältig: Sie stellen Fachfragen, prüfen Verständnisprobleme oder klären administrative Fragen, da die Bots direkt mit Syllabus- und Kursmaterialien verknüpft sind. Besonders innovativ ist der Einsatz von KI-Rollenspielen: Masterstudierende der Kognitiven Psychologie üben Gesprächsführung mit einem Bot, der eine Person mit suizidalen Tendenzen glaubwürdig simuliert. Der Bot bleibt vage, solange Studierende unspezifisch fragen – und wird nur dann konkret, wenn die Studierenden klar strukturierte, diagnostisch relevante Fragen stellen. So wird Handlungskompetenz realitätsnah trainiert. Eine weitere Anwendung unterstützt Forschende bei der Erstellung datenrechtlicher Forschungspläne: Ein Bot führt Schritt für Schritt durch alle Fragen und generiert am Ende automatisch einen ausformulierten Entwurf.

Erfahrungen

  • Studierende nutzen die Bots weit über das eigentliche Fachthema hinaus – auch zur Klärung organisatorischer Fragen.
  • Lehrende berichten, dass komplexe Inhalte verständlicher vermittelt werden, da der Bot nie „in Eile“ ist.
  • Rollenspielbots eignen sich hervorragend für Diagnose-, Beratungs- und Kommunikationskompetenzen.
  • Forschende schätzen den datenplanerstellenden Bot als deutliche Entlastung.
  • Hohe Akzeptanz ergibt sich durch Transparenz und Datenschutzklarheit.

„Studierende stellen völlig unterschiedliche Fragen und der Bot erklärt die Konzepte jedes Mal geduldig.“ – Julian van der Kraats

Erfolgskriterien

  • Lehrende erstellen funktionsfähige KI-Bots ohne technische Vorkenntnisse.
  • Studierende erhalten verständliche, verlässliche Unterstützung beim Lernen und Üben.
  • Rollenspielbots fördern diagnostische und kommunikative Fachkompetenzen.
  • Forschende werden bei administrativen Aufgaben nachhaltig entlastet.
  • Das System ist sicher, transparent und hochschulweit skalierbar.

„Die Daten sind so sicher wie Dateien in OneDrive und nichts wird zur Modelltrainierung genutzt.“ – Julian van der Kraats

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